Das Clairon
Das Clairon ist ein Blechblasinstrument mit trompetenartigem Klang. Da das Clairon im Gegensatz zur Trompete keine Ventile besitzt, können nur die Töne der Naturtonreihe (c–g–c–e–g–c) gespielt werden. Dadurch erhalten die Clairon-Melodien einen einfachen und natürlichen Charakter.

In Frankreich wurde das Clairon ab 1822 in der Armee als Signalinstrument verwendet. In der Schweiz verbreitete sich das Clairon nach der Landesausstellung 1939, an der das Spiel mit beflaggten Instrumenten grossen Anklang fand, in der Jungwacht.
Die Geschichte des Clairons
Tierhörner gehörten wohl zu den
frühesten Dingen, die der Mensch als Musikinstrument nutzen lernte, und
dementsprechend weit lässt sich die Geschichte der Blasinstrumente
zurückverfolgen. Allerdings konnten die frühen Formen, welche hauptsächlich als
Signalinstrumente benutzt wurden, kaum mehr als zwei verschiedene Töne
hervorbringen. Deutlich vielseitiger waren wohl die metallenen Instrumente aus
späterer Zeit; so sind z. B. aus ägyptischen Grabfunden silberne Trompeten
bekannt, und die Römer kannten bereits verschiedenste trompeten- und
posaunenähnliche Blechblasinstrumente. Diese Instrumente verbreiteten sich weit
und wurden seither bei unterschiedlichsten Gelegenheiten meist zu Signalzwecken
eingesetzt: in der Armee und auf der Jagd, von den Nachtwächtern der
mittelalterlichen Städte und von Hirten und Postillonen auf dem Land.
Seit 1500 n. Chr. konnten Messingbleche zu Röhren zusammengelötet und kurze
Rohrstücke gebogen werden. So entstanden Längstrompeten und Posaunen in
verschiedenen Grössen. Etwa hundert Jahre später gelang es, auch längere
konische Rohre in Kreisbogenform zu bringen, was die Entstehung des Jagdhorns
ermöglichte. Der Tonumfang all dieser Instrumente war vor der Erfindung der
Ventile auf die Naturtonreihe beschränkt, wie es noch beim heutigen Clairon der
Fall ist.

Schon im 14. Jhd. wurde in
Frankreich ein bügelförmig gebogenes Blasinstrument mit hoher Tonlage wegen
seines hellen, klaren Klanges als „Clairon“ bezeichnet. Während aber die anderen
Instrumente der Bügelhorn-Familie, das Tenorhorn, die Tuba und das Flügelhorn,
im 19. Jhd. mit Ventilen ausgestattet wurden, blieb das Clairon ein ventilloses
Signalinstrument. 1822 wurde es das offizielle Signalinstrument der
französischen Armee und verbreitete sich rasch auch andernorts. Häufig wurde es
in Verbindung mit einem Blasmusikkorps gespielt.
In der Schweiz fand das Fanfanfarenspiel mit beflaggten Instrumenten anlässlich
der Landesausstellung von 1939 grossen Anklang. 1947 begeisterten die
schmetternden Clairons die Zuhörer am Turnfest der katholischen Turner in Basel,
woraufhin die Jungwachtleiter der Schar St. Anton Basel eine eigene Clairongarde
gründeten. Ihrem Beispiel folgten rasch weitere Jungwachten, da sich das Clairon
mit seinem klaren wohlklingenden Ton und der einfachen Spielweise als sehr
geeignet für die Jungwacht erwies. Andrerseits ist das Clairon in der Schweiz
ausserhalb von Jungwacht und Blauring kaum verbreitet.
Bald wurden nicht mehr nur Signale und Fanfaren gespielt, sondern auch eigene
Melodien und Märsche für die Jungwachten geschrieben, welche nicht (wie die
französische Claironstücke) ein zusätzliches Musikkorps erforderlich machten.
Allerdings wurden die Clairongarden nach und nach mit Fanfaren, Jagdhörnern,
Bassclairons und Schlagzeug bereichert, wodurch die Musik abwechslungsreicher
gestaltet werden konnte. Für solche Besetzungen sind auch die „Konzertstücke“
geschrieben, welche neben zwei Claironstimmen Soloteile für die anders
gestimmten Fanfaren oder Bassclairons beinhalten. Im Gegensatz dazu stehen die
einfachen einstimmigen Strassenmärsche für Clairons mit Schlagzeugbegleitung.